Schloss Münsingen
Geschichte
Zahlreiche Herrschaftsfamilien lassen im 16. Jahrhundert Wohnschlösser auf dem Lande errichten, die sie meistens als Sommersitz nutzen. In Münsingen prägen zwei Schlösser während Jahrhunderten das Ortsbild.
Über dem Eingangsportal befindet sich das Allianzwappen von Hans Franz Nägeli und seiner Frau Rosina Wyttenbach mit der Jahrzahl 1550: Als Sitz seiner Herrschaft und als standesgemässes Wohnhaus für seine grosse Familie liess Hans Franz Nägeli das Schloss auf den Grundmauern einer hochmittellalterlichen Burg erbauen.
Von der ehemaligen Sennen Burg aus dem 13. Jh. hat sich im Keller der 7 m hohe Stumpf des Hauptturms aus grossen Findlingen erhalten. Beim Neubau 1550 wurde der Turm bis auf die Höhe des ersten Stockwerks abgetragen. An der Halbkreisform des Schlossgrundrisses und an den Gartenmauern ist die Ringmauer ablesbar.
Durch die Jahrhunderte hindurch hat das Schloss diverse Umbauten erfahren: Die schmalen Fenster, mit Putzenscheiben versehen, wurden im 17. und 18. Jahrhundert ausgebrochen und vergrössert. Die Wohnräume des Schlosses wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts umgestaltet, wie es der neue Geschmack erforderte. In diesen Jahren wurde der Eckofen von Peter Gnehm im heutigen „von Steiger-Zimmer" eingebaut.
Schliesslich übernimmt im Jahr 1877 der Staat Bern das Schlossgut, das laut Kaufvertrag 13 Gebäude und 309 Jucharten Land umfasst. Auf dem ehemaligen Schlossgut wird in den Jahren 1893 bis 1895 die Kantonale Psychiatrische Klinik erstellt. Im Schloss wohnt der Anstaltspfarrer.
Die Gemeindeversammlung stimmt im Jahr 1977 der Übernahme der Güter mit dem Schloss an die Gemeinde zu. Auf dem oberen Schlossgut wird die Alterssiedlung gebaut. Die frühere Rossscheuer von 1782 wird zum Kirchgemeindehaus, auf der ehemaligen Heubühne befindet sich die Volksbibliothek. In der stattlichen Scheune sind heute das Restaurant Schlossgut und der grosse Gemeindesaal untergebracht und der alte Speicher wird als Jugendhaus genutzt.






